You say you want a Revolution…

Kurz vor Weihnachten in den USA bestellt traf vier Wochen später ein Paket bei mir ein – genauer gesagt, ich durfte es beim Zoll abholen (und die deutsche Mehrwertsteuer entrichten). Es handelte sich um den mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Revolution Imager. Als Mitteltpunkt dient die Weiterentwicklung der LN300-Kamera aus China (kann in Farbe stacken, der interne IR-Filter wurde entfernt, dead Pixel werden on the fly entfernt, deutsches Menü und und und).

Und es ist wirklich ALLES vorhanden, was man unterwegs für Video-Astronomie braucht. Die Kamera , ein 7″-Monitor, Fernbedienungen für Kamera und Monitor, Reducer, IR-Filter, 1.25″-Anschluss, sämtliche Kabel und Adapter sowie das dicke LiIon-Akkupack mit Ladegerät. Und das alles in einer stoßgesicherten Tasche.

Kostenlos mitgeliefert (Weihnachtsaktion) wurden ein USB-Grabber und ein Verlängerungskabel (für Video und Strom).

Bild1
Nun habe ich endlich Zeit für die ersten richtigen Tests gefunden. Zuallererst wurde die Kamera an meinen kleinen Mak (102mm, 1.300mm Brennweite) angeschlossen und auf dem StarAdventurer montiert.

Bild2
Das Ganze wurde auf die Schleusenstation im Ijsselmeer in knapp 5km Entfernung gerichtet, die man auf dem Übersichtsbild in der starken Vergrößerung noch ahnen kann. Und so stellt sich die Ansicht durch den Revolution Imager auf dem kleinen Monitor dar:

Bild3
Den ersten Test bei Tageslicht kann man also als durchaus gelungen betrachten!

Um ein möglichst großes Gesichtsfeld zu bekommen, soll der Revolution Imager in der Nacht aber mit viel kürzeren Brennweiten arbeiten. Einen passenden Adapter von C-Mount auf Canon EOS-Objektive hatte ich schon lange in meinem Bestand (auch die alten DMK-Kameras hatten ein C-Mount-Gewinde), so dass alle meine Canon-Objektive auch mit dem Revolution Imager genutzt werden können.

Bild5
Zum Einsatz kam erstmal mein Tokina Tele mit 120 mm bei f/2.8. Die Kombination kam dann wieder auf den Star Adventurer.

Bild6
Noch in der frühen Dämmerung konnte ich dann einen ersten Versuch am jungen Neumond durchführen.

Bild4

Da bisher alles gut geklappt hatte, konnten ab 20 Uhr weitere Versuche unter dem Sternenhimmel durchgeführt werden. Es wehte zwar ein sehr starker Wind, aber diese kleine Kombi des Revolution Imagers mit einem Teleobjektiv stellt eine vergleichsweise geringe Windlast dar.

Der Orionnebel ist so hell, dass er fast in Echtzeit auf dem Bildschirm erscheint. Gewählt wurde eine 16fache Integration, was einer Belichtungszeit von etwa einer halber Sekunde entspricht. Man sieht das Bild nicht nur fast in Echtzeit, sondern kann auch problemlos durch Probieren die Kamera auf den richtigen Blickwinkel ausrichten.

Bild7
Auch die Plejaden springen bei gleicher Belichtungszeit sofort ins Auge bzw. in die Kamera.

Bild8
Und als dritter und letzter Test des Abends wurde die Kamera auf Alnitak im Sternbild Orion ausgerichtet. Bei 2 Sekunden Belichtungszeit (64fache Integration) ist selbst der Flammennebel wunderbar zu erkennen.

Bild9
Ich hätte gerne noch weitere Objekte angefahren oder mit den Einstellungen herumgespielt (da gibt es etwa die Funktion ‚DeFog’….),  aber dank der zahlreichen Versuche und Aktionen im Vorfeld verabschiedete sich der Akku und auch ich verzog mich dann wieder ins Warme – nicht zuletzt auch um diesen Bericht hier zu schreiben.

5 Comments
  1. Hallo Peter,

    hast du zwischenzeitlich mehr Erfahrungen mit der Kamera gemacht? Mich interessieren vor allem die Ergebnisse bei nicht so gutem Himmel (Vorstadthimmel).
    Ich wollte mir eventuell auch die Revolution Imager R2 als Komplettpaket kaufen.

    LG & CS
    Misel

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