Out among the stars…

Natürlich beschreibt dieses wunderschöne Lied von Johnny Cash eine ganz andere Geschichte, aber im Refrain kommt eine Stimmung zum Ausdruck wie sie wohl jeder Hobbyastronom kennt und die eine der Grundlagen unseres Hobbies darstellt:

Oh, how many travelers get weary
bearing both their burdens and their scars,
don't you think they'd love to start all over
and fly like eagles out among the stars?

Genau dieses Gefühl ergreift Besitz von einem, der in der nächtlichen Stille unter einem kristallklaren Sternenhimmel sitzt. Man hat buchstäblich das Gefühl, dass die Seele Flügel bekommt – out among the stars!

Selten genug ist dies mittlerweile unter unseren Wetterbedingungen der Fall, aber ich hatte jetzt das Glück, wieder ein paar Tage in der Eifel sein zu können und ohne störenden Mond einen herrlichen Sternenhimmel genießen zu dürfen.

Bereits in den Minuten nach dem Sonnenuntergang konnte man im Westen die beginnende Konjunktion von Venus und Jupiter genießen, die sich in der noch sehr hellen Dämmerung schnell einander nähern.

VenusJupiter

Als die Sonne gerade unter gegangen war, konnte ich im Osten zusätzlich das seltene Phänomen der Gegendämmerungsstrahlen oder Anticrepuscularstrahlen beobachten:

Anticrepuscular

Wenige Minuten später schälte sich im Südwesten bereits die Dreierkombination aus Saturn, Mars und Antares (Gegenmars!) aus der Dämmerung, die fast übereinander steht. Es gab sogar mehrere Anfragen in unserer Bonner Volkssternwarte, welches unbekannte Sternbild da abends zu sehen sei.

SaturnMarsAntares

Sowohl bei Mars als auch bei Antares erkennt das Auge deutlich einen rötlichen Schimmer. Dabei handelt es sich bei Mars um einen vergleichsweise kleinen Planeten und bei Antares um einen der größten bekannten Sterne. Das folgende kleine Zeitraffervideo zeigt ebenfalls die Dreierkombination von der hellen Dämmerung bis in die Nacht kurz vor dem Untergang:

Mit fortschreitender Dämmerung kam dann auch immer mehr die Milchstraße ins Blickfeld:

Milchstraße

Auf dieser Aufnahme ist sogar der kleine schwach leuchtende Pluto zu finden. Zur besseren Erkennbarkeit findet er sich hier nochmals deutlicher in diesem Ausschnitt:

Pluto

Auch zur Milchstraße möchte ich eine kleine timelapse anfügen:

Diese Sessions über mehrere Nächte wurden immer erst vom aufgehenden Mond beendet. Und es wirklich so – eine gewisse Zeit unter einem solchen Sternenhimmel lässt einen Vieles mit Abstand, Toleranz und Gelassenheit sehen.

Diesen Genuss und diesen Effekt wünsche ich möglichst Vielen!

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