Meine Bücher und ich

Meine Bücher und ich – das ist eine lange Geschichte!

Geboren in den Fünfzigern, aufgewachsen in den Sechzigern – so waren dann in den Siebzigern und Achtzigern Bücher für mich eine Art Statussymbol und vollgefüllte Bücherregale eine Art Beweis für erfolgreich dokumentiertes Bildungsbürgertum. Große Bildbände, dicke Wälzer, schwerwiegende Namen und komplizierte Titel sprachen für sich. Selbst nach einem Umzug zum Jahrtausendwechsel waren 5 Meter Billyregale – mit den Aufsätzen, um sie fast deckenhoch zu erweitern – und teilweise in zwei Reihen hintereinander bestückt eher normal für mich.

Beim nächsten Umzug fünf Jahre später verließ mich bereits die Lust, alle Bücher in -zig Kisten einzupacken und nach dem Umzug wieder auszupacken und einzusortieren. Diese fehlende Lust bezahlten rund 60 Prozent meiner Büchen mit ihrem Verkauf (da bekam man auch noch eine ganze Menge Geld für gute Bücher) oder ihrer Entsorgung. Ich habe dies aber nie im Geringsten bereut – im Gegenteil, es vermittelte mir ein unmittelbares Gefühl der Erleichterung!

Nach zwei weiteren solchen Aktionen ist der Bestand auf ein volles Billy-Regal geschrumpft und mir ist gerade klar geworden, dass ich auch diese Bücher seit Jahren nicht mehr angefasst habe und es wohl auch nicht mehr tun werde. Also – die nächste Aktion steht bald an! (Jemand Interesse an einer vollständigen Marion-Zimmer-Bradley-Sammlung?)

Ich liebe mein Kindle (resp. die Kindle-App auf meinem iPad), ob im Urlaub, abends im Bett oder egal wo. Natürlich fehlt manchmal die Haptik eines schönen Buches oder der Akt des manuellen Seitenumblätterns. Aber ich habe mittlerweile meine gesamten technischen Handbücher und sämtliche Anleitungen für alle Montierungen, Teleskope, Kameras oder Software in elektronischer Form im sofortigen Zugriff. Meine Güte, hat mir das schon Zeit gespart!

Nur auf eines werde ich wohl kaum verzichten und das sind meine Astronomiebücher. Sie haben mich teilweise Jahrzehnte begleitet und ich nehme sie je nach Bedarf und Einsatzzweck immer wieder gerne in die Hand.

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Wie oft hat mir früher Burnhams Celestial Handbook geholfen, meine nächtlichen Himmelsstreifzüge vorzubereiten! Und auch heute noch nehme ich einen der drei Bände gerne in die Hand, wenn ich mich über ein bestimmtes Objekt informieren möchte.

Oder Timothy Ferris großer Bildatlas ‚Galaxien‘ – wie oft habe ich ihn schon von vorne bis hinten durchgeblättert… oder sein geniales Buch ‚Fasziniert von den Sternen‘.

Serge Brunier führte mich zu den ‚Grenzen des Universums‘ und Steve o’Meara’s ‚Herschel 400 Observing Guide‘ ist bis heute unerreicht. Von meinem Facebook-Freund Rod Mollise (ebenfalls ein ganz großer Fan der Videoastronomie) stehen mehrere Bücher im Schrank, darunter der ‚Urban Astronomer’s Guide‘, der ziemlich genau für meine Beobachtungsbedingungen geschrieben wurde.

‚Making Your Own Telescope‘ von Allyn J. Thompson hat mir vor über dreißig Jahren dabei geholfen, meinen ersten Spiegel (20cm und leider nicht besonders gut…) zu schleifen. So etwas gibt man doch nicht weg! Und viele weitere Literatur besonders aus den USA, die sich seit den Achtzigern nicht nur mit den Zeitschriften Sky&Telescope und Astronomy viel näher an den Hobbyastronomen orientierten als es hier in Deutschland der Fall war. Astronomy hatte ich fast von Anfang an abonniert (die ersten Hefte wurden immer für teures Geld in der Bahnhofsbuchhandlung in Köln gekauft) und jedes Heft mehrfach gelesen. So war es natürlich fast selbstverständlich, zahlreiche der dort offerierten Druckerzeugnisse des Kalmbach-Verlags ebenfalls zu erwerben.

Der Astronomy-Herausgeber David J. Eicher veröffentlichte damals zum Beispiel ‚100 Best Deep-Sky Objects for Amateur Astronomers‘ – eine Goldgrube!

Das ‚Planetary Handbook‘ von Michael E. Bakich oder ‚Planeten beobachten‘ von Günther D. Roth haben mir geholfen, mich den Planeten ein gutes Stück näher zu bringen – beobachtungstechnisch und fotografisch.

Diese und noch viele weitere Bücher aus meinem Regal sind alles Wegmarken eines spannenden Hobbyastronomenlebens, die bis heute kaum von ihrer Anziehungskraft verloren haben. Und jetzt werde ich erst mal selbst wieder eines dieser Bücher in die Hand nehmen und darin schmökern und mich auf den nächsten klaren Himmel freuen!

 

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