I’m been followed by a Moonshadow….

Jetzt sind wieder die Tage um den Vollmond herum, wo man kaum DeepSky beobachten kann, sondern sich meistens auf Mond und Planeten beschränkt. Aber noch steht der Mond so hoch am Himmel und bietet ein sich täglich, ja fast schon stündlich veränderndes Schauspiel, dass er ein absolut lohnendes Beobachtungsobjekt darstellt.

Und ja, manchmal ist es sogar ganz angenehm, das helle Mondlicht, das schon Schatten wirft, um sich zu haben und nicht im Dunkel nach Kamera, Teleskopsteuerung oder was auch immer suchen zu müssen.

Ein seltenes Spektakel konnte gestern (17.03.2016) bewundert werden: der sogenannte Hesiodusstrahl. Das Schauspiel findet zwei Tage nach dem ersten Mondviertel statt, wenn die in diesem Bereich aufgehende Sonne genau durch eine Lücke der Kraterwand zwischen den Kratern Hesiodus und Pitatus fällt und einen kegelförmigen Lichtschein auf dem Kraterboden erzeugt.

Das gesamte Zeitfenster für diesen Vorgang beträgt nicht viel mehr als zwei Stunden und hängt auch noch von der Stellung Sonne/Mond ab, so dass es nicht jeden Monat beobachtbar ist – sofern dann überhaupt der Himmel wolkenfrei ist.

01 Hesiodus
In dieser Aufnahme, die gegen Ende der Beobachtbarkeit entstand, habe ich in dem kleinen Fenster oben links den relevanten Ausschnitt zusätzlich mit stark überhöhtem Kontrast dargestellt, um die Erkennbarkeit zu verbessern. Hier erkennt man auch leicht den Schattenwurf der Kraterwände links und rechts neben dem Durchbruch.

Während meiner ausgedehnten ‚Wanderungen‘ über den Mond verweilte ich einige Zeit beim westlichen Beginn des Apenninengebirges mit dem schönen Krater Eratosthenes. Im Bild unten sind auch die Reste der Kraterwand des Kraters Wallace erkennbar, die in den nächsten Tagen aufgrund der steileren Beleuchtung durch die Sonne kaum noch zu sehen sein werden. Der nahe dabei liegende auffällige Krater Copernikus liegt noch für eine Nacht im Schatten.

03 Eratosthenes
Eratosthenes ist nach dem herausragenden Mathematiker (* 276 v. Chr.) benannt, der nicht nur postulierte, dass die Erde eine Kugel ist (und bereits eine vergleichsweise genaue Schätzung für die Größe aufstellte), sondern er erstellte einen Sternkatalog mit fast 700 Sternen und entwickelte zusätzlich ein Verfahren zum Auffinden von Primzahlen in einer Menge von Zahlen.

Am Nachmittag vor meinen Beobachtungen hatte ich in der neuen ‚Sterne und Weltraum‘ geblättert. Direkt auf Seite 2 fiel mir eine Anzeige der Firma Celestron ins Auge, in der für ein C14 Edge HD geworben wurde (ein Instrument jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten aber auch unter meinem Bonner Stadthimmel kaum auszunutzen). In dieser Anzeige wurde ein beispielhaftes Foto des Mondes (von W.Paech und F.Hoffmann) mit dem interessanten Gebiet um den Krater Alphonsus herum gezeigt, in dem sich zahlreiche interessante Gebilde verstecken (u.a. die Davy Kraterkette (Catena Davy) mit über 20 Einzelkratern).

001

Dieses mit einem C14 Edge HD aufgenommene Foto (und zusätzlich zur Reduzierung von Seeingeinflüssen mit einem IR-Filter) weckte dann doch meinen Ehrgeiz und ich habe mich mit meinem C9.25 und einer vergleichsweise einfachen ASI120MC ebenda und ebenfalls versucht.

02 Celestron
Mit dem Resultat bin ich ausgesprochen zufrieden, da ich eigentlich genau die gleichen Details erfassen konnte wie in der Werbeaufnahme und selbst die kleinen, extra markierten Details (tw. < 1km) ebenfalls gut darstellen konnte.

Zum Abschluss noch ein Misserfolg der vorigen Nacht. Ich wollte nach längerer Zeit wieder einmal ein schönes Mondpanorama erstellen. Dazu habe ich den gesamten sichtbaren Mond mit 30 Bereichen und je einem Video abgetastet. 30 Videos gestackt, 30 Summenbilder geschärft, 30 fertige Einzelbilder im Microsoft Image Composite Editor zusammengefügt und fertig.

Fertig? Von wegen…. Da fehlt doch was?!? Aber seht das Ergebnis selbst:

04 Mond-klein

Die volle Auflösung gibt’s hier.

2 Comments
  1. Hallo Peter,

    herzlichen Glückwunsch zu Deiner Aufnahme von Catena Davy! Dieses Bild ist hervorragend für die verwendete Öffnung.
    Hast Du das C9.25 mit f/10 verwendet, oder noch eine Brennweitenverlängerung angewendet?

    Viele Grüße,

    Guntram

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