Die Reise ins Grüne Licht

Und wieder einmal war es soweit: ich war Teilnehmer und Bordfotograf eines von einem Bonner Reisebüro veranstalteten Polarlichtfluges. Polarlichter entstehen im Gebiet des magnetischen Nord- oder Südpols, dort wo die elektrisch geladenen Teilchen des Sonnenwinds längs der magnetischen Feldlinien auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den obersten Atmosphärenschichten treffen können.

Aus diesem Grunde führte uns dieser Flug ab 21:00 Uhr vom Flughafen Köln-Bonn aus wieder Richtung Island zu den Färöer-Inseln. Dort sind wir rund zwei Stunden gekreist, damit beide Seiten des Flugzeuges immer wieder die Möglichkeit hatten, die Polarlichter zu bewundern. Leider war diesmal die Stärke dieser Lichter nur im Grundbereich. Man konnte sie zwar mit bloßem Auge gut erkennen, aber die Farbe war nur zu erahnen.

Fotografisch stiegen hierdurch natürlich die Anforderungen. Es ist kaum möglich, von Bord eines Flugzeuges aus länger als zwei Sekunden zu belichten, ohne dass die Aufnahmen verwackeln. Um die schwachen Polarlichter dennoch aufs Bild zu bannen, bleibt nur die Möglichkeit, mit lichtstarken Objektiven und lichtstarken Kameras zu arbeiten.

Ich habe mein Wallimex-Objektiv 24mm bei Blende 1.4 auf der Sony A7s gehabt, die ich auf ISO 12.800 gestellt hatte. Hiermit sind dann praktisch alle Aufnahmen und Zeitraffer entstanden.

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Eine weitere Schwierigkeit liegt im Aufbau des Stativs. Die Kamera soll sich möglichst nah an dem kleinen Bordfenster befinden, um nicht allzuviel von dessen Rand mit aufzunehmen. Da wird es dann schnell schwierig, einen stabilen Stand zu finden. Ich habe deshalb ein Stativbein waagerecht auf die Fensterarmlehne gelegt und dort mit Gaffa Tape befestigt. Die anderen beiden Beine standen dann auf dem Boden. Mit einer schwarzen Folie um das Fenster und die Kamera wurde diese lichtdicht abgedeckt, obwohl die Maschine soweit gesetzlich zulässig abgedunkelt war, denn bei zwei Sekunden Belichtungszeit, offener Blende und sehr hohe ISO-Zahlen macht sich selbst das allergeringste Fremdlicht äußerst störend bemerkbar.

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Auf dieser Aufnahme geben sich neben dem Polarlicht sogar noch die Milchstraße, eine Sternschnuppe und M31 ein Stelldichein.

Auch wenn zusätzlich der Flug diesmal etwas unruhig war, so dass der Ausschuss an Aufnahmen ungewöhnlich hoch war, so sind dennoch wieder zahlreiche schöne Aufnahmen entstanden, die bleibende Erinnerungen darstellen. Nach über sechs Stunden landeten wir dann alle müde aber zufrieden wieder in Köln-Bonn.

Lektion des heutigen Tages: Das Equipment hat sich bewährt und kann unverändert auf dem nächsten Flug zum Einsatz kommen.

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Einen kleinen Gesamteindruck dieses Fluges vermittelt dieser Film.

2 Comments
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