Astrofotografie mit reduziertem Aufwand

Wie meine Freunde wissen, versuche ich mein Equipment immer mehr zu reduzieren und zu vereinfachen. Auf Reisen kommt so eine schöne, einfache und vor allen Dingen portable, bewährte und optimierte Gerätschaft zum Einsatz.

Auch fotografisch bin ich auf Wanderungen und Städtetrips weg von meiner Spiegelreflexkamera zusammen mit ihren zahlreichen Objektiven, sondern habe immer mehr auf Bridgekameras mit Superzoom-Objektiven gesetzt. So ein Superzoom lässt sich natürlich nur mit vergleichsweise winzigen Chips realisieren (die angegebenen Brennweiten sind immer auf vergleichbare Kleinbild-Brennweiten hochgerechnet und in Wirklichkeit viel geringer).

Auf der letzten Fotokina wurde ein neues Modell in der bewährten Lumix-Reihe von Panasonic präsentiert (FZ2000), das mit einem deutlich größeren 1-Zoll-Chip aufwarten konnte. Diese Maße sind allerdings nicht wörtlich zu nehmen, weil hier Grundlagen aus der uralten Kameratechnik verwendet werden. Auch wenn der Chip tatsächlich deutlich kleiner ist, ist er wesentlich größer als in anderen Bridgekameras, was sich dann aber auch wieder in einem reduzierten Zoom (’nur‘ noch 20-fach) niederschlägt. Aber auch so ist die Kamera schon groß genug und erreicht die Abmessungen kleinerer DSLRs, aber eben mit einer eingebauten Brennweite von 24mm bis 480mm!

Auch wenn dieser Zoom fast zu gering ist für direkte hochaufgelöste Mond- oder Sonnenaufnahmen, wie ich sie früher erstellt habe, eröffnen sich damit wieder ganz andere Möglichkeiten im astronomischen Bereich.

Eine erste Testaufnahme der Hyaden machte mir bereits den Mund wässrig auf mehr, da hier selbst Sterne mit 15mag noch abgebildet wurden und auch die Schärfe zufriedenstellend war.

Hyaden
Daraufhin wollte ich natürlich mehr und versuchte mich an M42, dem Orionnebel, einem der zugegebenermaßen helleren Messier-Objekte:

Datei 24.01.17, 08 46 19
Das Ergebnis überraschte selbst mich ausgesprochen. Punktscharfe Sterne bis in die Ecken, schöne Farben und selbst feinere Nebelstrukturen waren gut erkennbar! Natürlich ersetzt solch eine Bridgekamera nicht wirklich eine dedizierte Astrokamera, aber der Fortschritt in Bezug auf Rauschfreiheit in Verbindung mit hoher Lichtempfindlichkeit, den moderne Chips gebracht haben, ist atemberaubend!

Und – was nicht vergessen werden sollte : Nachdem diese Kamera auf meiner Reisemontierung befestigt war, konnte ich vom warmen Wohnzimmer aus sämtliche Funktionen der Kamera einschließlich Zoom und Fokussierung steuern und die Ergebnisse immer auf einem Live-Bild sehen und einstellen.

Datei 24.01.17, 09 14 03

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